Asylzentrum

Ersatzneubau eines Asylzentrums

Ort - Adliswil CH
Auftraggeber - Kanton Zürich
Datum - 2020
Fläche - 2'700 m²

Wettbewerb im offenen Verfahren - 4° Rang
In Zusammenarbeit mit fernweharchitettura
Landschaft - Sabine Kaufmann Landschaftsarchitektin
Bauingenieur - INGENI Zürich
Am südlichen Rand von Adliswil, zwischen der Bahnlinie und der Sihl, wird das 1990 erbaute Provisorium des Asylzentrums durch eine zeitgemässe Anlage für 140 Asylsuchende ersetzt. Das Gebiet ist durch das geschwungene Flussbett der Sihl, die umgebende Landschaft sowie durch die angrenzende Rudolf Steiner Schule Sihlau geprägt.
Die neue Anlage nimmt die Massstäblichkeit der angrenzenden Schule auf und organisiert alle Nutzräume in einem kompakten Gebäudekörper parallel zur Sihlstrasse. Der Riegel steht leicht zur Strasse zurück und schafft somit einen begrünten Vorraum gegen Süden und einen Empfangsraum auf der Nordwest-Seite der Parzelle. Analog zur Schule öffnet sich die Anlage nach Nordosten zur Sihl.
Das neue Asylzentrum ist ein Unterkunftsgebäude, das als soziale Schwelle für Menschen verschiedenster Nationen mit unterschiedlichen kulturellen und sozialen Hintergründen fungiert. Diese Schwelle, also das «Dazwischen», fungiert als Übergangsraum zwischen dem Individuum und der Gesellschaft. Dieser Zwischenraum dient als Voraussetzung sowohl für individuelle Entfaltung als auch für die Begegnung und Interaktion mit der Gemeinschaft.
Der Ersatzneubau ist als kompakte Zeile entlang der Sihlstrasse konzipiert und organisiert die im Raumprogramm geförderten Wohnräume für Frauen, Männer und Familien in clusterartiger Weise. Die zweiseitig orientierten Aufenthaltsräume und Lauben sind Ort der Begegnung für die Bewohner. Die nach Süden ausgerichtete Veranda kann als frei interpretierbarer Übergangsraum zwischen innen und aussen belegt werden und schützt und exponiert gleichzeitig. Sie inszeniert die Metamorphose der Lebensveränderung der Bewohner und deren Übergang in eine neue Welt, die auf sie wartet.
Die innere Raumorganisation trägt der gewählten Bauweise Rechnung und ist streng und flexibel gleichzeitig. Die oberen Stockwerke sind clusterartig arrangiert. Die darin enthaltenen Aufenthalts- und Schlafräume sind nach einem Raster nebeneinander entlang der Fassade angelegt. Schlafräume und Nasszellen sind über einen zentralen Korridor erschlossen. Die Aufenthaltsräume sind beidseitig orientiert und dienen als Adresse und Begegnungsort für die drei Cluster. Der kleine Pavillon im Garten dient unterschiedlichen Funktionen: als Quartier- und Multifunktionsraum, für Feste und kleine Veranstaltungen oder für den Austausch zwischen den Bewohnern und der Quartierbevölkerung.
Die neue Anlage wird mit einem hohen Grad an Vorfabrikation als Holzkonstruktion geplant, so wird eine Realisierungszeit von 12 Monaten angestrebt. Die Tragkonstruktion und das Fundament werden konsequent in Holz geplant. Die gesamte Tragstruktur wird in einzelnen Modulen aus Holz vorgefertigt. Die Tragstruktur der Laubengänge besteht aus einem Skelett aus Lärchenholz mit vorgefertigten Betonplatten als Belag. Als horizontale Stabilisierung des Gebäudes werden die Holzrahmen der einzelnen Module genutzt.
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